In Deutschland erfährt ein potenzieller Arbeitgeber, wie viel Gehalt ich heute habe? Darf er das überhaupt wissen?


Kann der neue Arbeitgeber sehen was ich verdient habe?

Wenn die neue Stelle ähnliche Kenntnisse und Fähigkeiten des Kandidaten erfordert wie die alte, darf sich der Arbeitgeber nach der aktuellen Bezahlung erkundigen.

Sind Gehälter vertraulich?

In seinem Urteil vom (Az.: 2 Sa 183/09) hat das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern entschieden, dass Informationen über Lohn und Gehalt keine Geschäftsgeheimnisse sind.

Kann Arbeitgeber verbieten über Gehalt zu reden?

Arbeitsgerichte haben entschieden, dass entsprechende Verbote im Arbeitsvertrag Persönlichkeitsrechte verletzen – zum Beispiel das Recht auf freie Meinungsäußerung. Ihr Chef kann Ihnen nicht grundsätzlich verbieten, sich mit den Kollegen über das Thema Gehalt auszutauschen.

Wer darf mein Gehalt sehen?

Über die genaue Gehaltshöhe einzelner Mitarbeiter darf ein Arbeitgeber eigentlich nichts bekannt geben. Das verhindert der Datenschutz. Doch es gibt Ausnahmen. Kommen ungleiche Gehälter ans Tageslicht, kann dies zu Unmut und Konflikten zwischen Team-Mitgliedern führen.

Was erfährt der neue Arbeitgeber?

Geburtsdatum und Steuer-Identifikationsnummer. Sozialversicherungsausweis. Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse. Urlaubsbescheinigung des vorherigen Arbeitgebers.

Wie viel Prozent mehr Gehalt bei Jobwechsel?

Ein Jobwechsel lohnt sich finanziell. Im Schnitt können Jobwechsler mit einer Gehaltserhöhung von 5 Prozent rechnen. Die Spanne reicht sogar von 3 bis 20 Prozent. Natürlich hängt die Höhe des Gehaltssprungs von vielen Faktoren ab: von Alter, Branche, Standort, Beruf und vom bisherigen Gehalt.

Ist ein Arbeitsvertrag geheim?

Mit der Unterschrift im Arbeitsvertrag ist die Vereinbarung zum Stillschweigen sowie zur Geheimhaltung, sofern diese wirksam ist, anerkannt. Die Verschwiegenheit über Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse ist über die Beendigung des Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis gültig und einzuhalten.

Warum redet man nicht über das Gehalt?

Zwar gibt es kein Gesetz, das uns verbietet, über unser Gehalt zu sprechen. Trotzdem setzen die meisten deutschen Arbeitgeber dies quasi voraus. „Plaudertaschen“ sind nicht gerne gesehen und werden bei der nächsten Gehaltsverhandlung sehr gute Argumente brauchen!

Ist die Personalabteilung zur Verschwiegenheit verpflichtet?

Ein Personaler ist ein bisschen wie ein Arzt oder Anwalt, er hat quasi Schweigepflicht. Wenn es Kollegen “nur” darum geht, sich abzureagieren, und das Problem keine Konsequenzen für Dritte hat, dann darf das Problem einfach in der HR-Abteilung bleiben.

Wer darf wissen wie viel ich verdiene?

Ja, ich darf über mein Gehalt reden. Manche Arbeitgeber glauben, sie könnten damit den Betriebsfrieden schützen und versuchen deshalb, Gespräche über das Gehalt zu verhindern. Eine Klausel im Arbeitsvertrag, die Beschäftigten verbietet über ihr Gehalt zu reden, ist unwirksam.

Wo kann man sich über Löhne informieren?

Wer sich nicht traut, den Betriebsrat zu fragen, der kann sich über Gehaltsportale informieren. Zu den größten Anbietern gehören die Stellensuchmaschine Stepstone und das Portal Gehalt.de. Nutzer erhalten kostenlos einen Verdienstvergleich per Mail – zum Beispiel eine Gehaltsspanne, die für den eigenen Job üblich ist.

Wie Kollegen nach Gehalt fragen?

Arbeitnehmer dürfen Kollegen nach deren Gehalt fragen – und zwar selbst dann, wenn ihnen das laut Arbeitsvertrag untersagt ist. „Entsprechende Klauseln sind unwirksam“, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht.

Welche Daten braucht mein neuer Arbeitgeber von mir?

Der Arbeitgeber braucht die Steueridentifikationsnummer, um Ihr Gehalt korrekt abzurechnen. Steuern sowie Versicherungseinzahlungen werden dann direkt als Lohnsteuer vom Brutto-Gehalt abgezogen. Übrig bleibt Ihr Netto-Gehalt. Die SV-Nummer wiederum wird benötigt, um Sie zu den vier Sozialversicherungen anzumelden.

Kann der neue Arbeitgeber den alten Arbeitgeber herausfinden?

Der nächste Arbeitgeber kann in dem Sinne keine Daten über vorherige Arbeitsverhältnisse abrufen. Er bekommt nur eine Meldung, wenn sich Zeiträume überschneiden.

Wer muss bei arbeitgeberwechsel informiert werden?

Jobwechsel sind zuallererst der Versicherung zu melden, die den Arbeitnehmer bei Berufsunfähigkeit absichert. Dieses Risiko tritt dann ein, wenn ein Arbeitnehmer seinen Beruf aufgrund einer Krankheit oder wegen einer Verletzung nicht mehr ausüben kann.

Wer informiert Krankenkasse bei arbeitgeberwechsel?

Der Arbeitgeber meldet den Beschäftigten bei der neuen Krankenkasse per Arbeitgeber-Meldeverfahren an. Die Bestätigung der Mitgliedschaft erhält er dann elektronisch zurück.

Wie begründet man einen Jobwechsel?

5 klassische Motive für den Jobwechsel

  1. Grund: “Ich möchte mich weiterentwickeln” …
  2. Grund: “Ich suche nach neuen Herausforderungen” …
  3. Grund: “Mein Privatleben hat sich verändert” …
  4. Grund: “Ich möchte neue Strukturen kennenlernen” …
  5. Grund: “Mir ist wichtig, neue Branchen kennenzulernen”

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